Die kausale Quelle beantwortet dies so:
»Dieser Mann war eine alte Seele. Das können wir mit großer Gewissheit sagen. In dieser Inkarnation als Leonard Cohen hatte die Seele sich zwei Dinge vorgenommen.
Zum einen wollte sie erleben, wie es sich als Jude in der heutigen Zeit lebt und wie diese Religion in dem Land, in dem er geboren wurde, ausgestaltet wurde. Es war sozusagen ein glücklicher Zufall, dass er in Kanada geboren wurde, und er konnte so seine religiöse Identität ohne Verfolgung oder größere Ressentiments ausleben.
Da er nun eine alte Seele war, wollte er alle Dinge, die das menschliche Leben ausmachen, noch einmal auf dem tiefsten Grund des Seins durchdringen, sie erspüren, sie bis ins Innerste seines gesamten Wesens einwirken und wirken lassen. Er wählte dazu die Künste, was auch typisch ist für ältere Seelen, wenn sie sich diesem Aufgabengebiet widmen, das menschliche Sein noch einmal zu erfahren, zu durchdringen um es dann für die seelische Welt konzentriert in das energetische Feld der Seelenfamilie einzubringen. Solche Leben sind wie eine Suppe, bei der alles sehr lange kocht, bis es ganz konzentriert und verdichtet ist.
Und genau darum ging es in diesem Leben: Das Erfahrbahre im Menschsein noch einmal in aller Dichte zu erleben und zu erspüren. Das ist der Grund auch, warum seine Worte, Gedichte und Lieder manchmal rätselhaft erscheinen und er Verbindungen zieht, die ein »normaler Mensch« nicht unbedingt nachvollziehen kann. Was er ausdrücken wollte, ist, dass alles eins ist, dass wir im All-Eins-Sein leben und es keine Trennung gibt, zwischen all dem, was ihr als Mensch erlebt und braucht.
Liebe, Tod, Krankheit, Sexualität, Freude, Kummer, Lust – am Ende einer Inkarnationskette verdichtet sich dies zu einer einzigen energetischen Erfahrung, und die Seele kann sich endgültig aus der irdischen Existenz verabschieden. Zwar ist dies bei Leonhard Cohen noch nicht der Fall, aber er hat in diesem Leben versucht, eine Art Vorstufe zu dieser hochenergetischen Erfahrung zu erlangen.
Hier spielt auch die Zeit, die er in einem buddhistischen Kloster verbrachte, hinein. In den Jahren des In-sich-gekehrt-seins, im Hineinschauen in die Tiefen des menschlichen Seins, hat er erfahren, dass es keine Trennung von Geist und Körper gibt, keine Trennung in Gut und Böse und dass das Leiden am Leben im Grunde genommen sinnlos ist. Eine solche tiefe spirituelle Erfahrung wird nur sehr wenigen Menschen zuteil, und sie ist aus unserer Sicht auch erst für Seelen ab dem reifen Seelenalter sinnvoll, erfahrbar und erlebbar.
Kommen wir nun zum zweiten Punkt seines seelischen Auftrags
Seine Seele hat sich vorgenommen den seelischen Auftrag der Familie, die Menschheit wachzurufen, wach zu machen für die spirituellen Dinge, die im irdischen Leben erfahrbar sind, auf ganz besondere Weise zu erfüllen. Die Seele hat dazu den Körper eines attraktiven Mannes gewählt und sie hat sich eine Familie ausgesucht, in der es möglich war, sich zunächst in allen Ausdrucksformen zu erproben. Aus diesem Grund hatte der Mann Leonard Cohen auch zunächst Zeit, dies unabhängig von finanziellen und sonstigen Erfolgen zu tun.
Mit seiner Stimme hat er später unzählige Menschen erreicht und auf einer Ebene berührt, die nicht unbedingt in aller Gänze zu erklären ist. Sie mag erotisch geklungen haben, sie mag verzaubert haben. Die Stimme aber war es auch, die bei vielen Menschen die spirituellen Saiten ihres Seins zum Klingen gebracht haben. Spiritualität ist etwas, was eng mit Erotik, erotischer Erfahrung und Extase verknüpft sein kann. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Cohen von einigen wahrscheinlich jüngeren Seelen als Womanizer bezeichnet wurde. Jedoch würde man ihm nur mit diesem Aspekt seines Seins nicht in aller Gänze gerecht werden.
Wenn es nun also geht, in einem Leben die Essenz des menschlichen Seins noch einmal herauszufiltern, dann liegt es nur nahe, dass dazu auch die eher dunkleren wie auch die hellen Erfahrungen gehören. Depression und Sucht (in jeglicher Form) gehören ebenso dazu wie Erfolg, Liebe, Mitgefühl und wir möchten sogar sagen, dass die Seele auch von einer inneren Heiterkeit getragen wurde, zumindest gegen Ende seines Lebens, die sich in seiner manchmal spöttischen Art, sich auszudrücken, zeigte. Er wollte einfach damit sagen: Nehmt euch nicht so wichtig, nehmt mich nicht so wichtig. Das Leben ist ein einziges großes Gelächter.
Wenn wir nun sein Verhältnis zu Frauen beschreiben sollten, dann würden wir auch hier sagen: Es ist das Verhältnis einer ruhelosen alten Seele, die eine gewaltige Ausstrahlung hat, aber nicht bereit ist, irgendwelchen Konventionen hinsichtlich Liebe, Partnerschaft und Sexualität zu folgen. Seine Seele war, wie der Mensch, unstet, unnahbar, unfassbar und bisweilen auch sehr ungemütlich und schwierig für seine Mitmenschen.
Alte Seelen sind nicht immer gesellschaftskompatibel, und sie werden auch gerne von anderen belächelt oder manchmal sogar auch ausgegrenzt. Wir sagen euch aber aus den seelischen Welten heraus: Es wird jeder von euch einmal eine alte Seele sein und ihr tut gut daran, Gesellschaften zu erschaffen und zu fördern, die in dieser Hinsicht tolerant und weniger normiert sind. Es ist ein bisschen so, wie eben auch alte Menschen sein können: etwas wunderlich vielleicht, mit merkwürdigen Eigenheiten und Gewohnheiten, aber doch häufig auch sehr liebenswert und weise. Und auch hinter einem mürrischen Charakter kann sich ein wundervoller Mensch verbergen, wenn man es gelernt hat, ihn zu entdecken und sein wahres Sein zu würdigen.
Und an diesem Punkt sind wir wieder dort angelangt, was wir als seelische Aufgabe von Cohen identifiziert haben: das wahre Sein des Menschen zu entdecken. Entfaltet es sich in der Liebe, in der Sexualität? In der Arbeit? In der Krankheit? In der Sucht und Lust? Oder in dem, was die Religionen euch bieten und was ihr Spiritualität nennt? Ist es wichtig, ein göttliches Angebundensein zu suchen und zu erspüren? Oder braucht ihr das als Mensch in dieser von Säugetier geprägten Genetik nicht? All dies gehörte zur Aufgabe der Seele, die in Leonard Cohen wohnte und deren Lieder und Worte bis heute unvergessen sind und einen großen Nachhall haben in der Gesellschaft.
Welche Rolle spielt dabei das Lied Halleluja und seine zunächst erfolglose Erfolgsgeschichte?
(Anmerkung: Das Lied wurde zunächst von der Plattenfirma Columbia abgelehnt, nur in England veröffentlicht. Bekannt wurde es dann in der Interpretation von Jeff Buckley. Ihr findet die Versionen und andere Versionen auf Youtube)
Hier spielt ein Phänomen hinein, das wir einmal als »seelische Helfer« bezeichnen möchten. Alte Seelen vermögen mediale Kontakte zu knüpfen zu Menschen, die ihnen bei ihrer Aufgabe dienlich sein können. Und so war es zum Teil auch bei diesem Lied so. Die Ablehnung war wichtig und folgerichtig, denn auch diese Erfahrung wollte die Seele von Cohen ja in aller Tiefe machen. Aber gleichzeitig gab es auf der seelischen Ebene Unterstützung, so dass dieses Lied letztendlich doch noch zum Leben erweckt und für so viele Menschen zu einer Art Hymne wurde, die sie vielleicht im tiefsten Inneren nicht immer ganz verstehen, die sie aber dennoch berührt.
Junge Seelen lassen sich gerne von dem Berühren, was alte Seelen erschaffen haben, auch wenn sie den tiefen Gehalt dessen, vielleicht nicht in aller Gänze erfassen und erspüren können. Das ist besonders mit allem, was im Bereich der Künste von alten Seelen erschaffen wurde so, das kann aber auch auf anderem Gebiet geschehen, wie etwa bei der alten Seele Nelson Mandela oder Mahatma Gandhi. Auch unter den Astronauten, die zum Mond fuhren, waren ältere Seelen und ihr findet sie natürlich auch im Bereich der Wissenschaften. Alte Seelen haben oft eine Ausstrahlung, die junge Seelen berührt, ohne dass sie es merken oder es ihnen besonders bewusst ist.
Doch kommen wir noch einmal zu Leonard Cohen zurück. In seinem Leben gab es ein großes Hin und Her, ein Auf und Ab. Es lagen Scheitern und Erfolg dicht beieinander und er hätte sich an so manchem Punkt seines Seins am liebsten aus seiner irdischen Existenz verabschiedet. Was ihn aber dennoch hielt in dieser Inkarnation, waren Menschen, denen er begegnen durfte, die er jedoch nicht immer in gebührender Weise behandelt hat. Und auch das gehörte zu seinem Menschsein: dem Versagen nachzuspüren, der Unvollkommenheit Raum geben. Gegen Ende seines Lebens nun ist das eingetreten, was ihr auch als Transzendenz bezeichnet. Alle menschlichen Erfahrungen des Lebens sind in seiner Seele zu einer gewaltigen Energie und Essenz kulminiert, so dass er in Ruhe gehen und seine Inkarnation abschließen konnte.
Wie war denn dann das Verhältnis zu seiner Religion?
Respektvoll und dankbar, wenngleich er sich auch nicht als Jude verstand. Aber die Seele in ihm schätzte die tiefen Weisheiten, die diese Religion, dieser Glaube zu vermitteln versteht, und sie respektierte auch die Rituale, die damit verbunden sind, wenngleich das Leben von Leonard Cohen sich nur sehr wenig innerhalb gesellschaftlicher und religiöser Rituale vollzog. Das ist etwas, was ihr bei vielen alten Seelen auch erleben könnt: Sie tolerieren das, was jüngere und reifere Seelen glücklich macht, ohne jedoch unbedingt danach zu leben.
Wir danken dir und würden uns freuen, noch weitere Fragen zu Cohen beantworten zu dürfen.«
Ich habe inzwischen eine Biografie über Leonard Cohen gelesen von der Musikjournalistin Silvy Simons und kann bestätigen, was ihr aus seelischer Sicht über Cohen gesagt habt. Dennoch möchte ich einige Punkte noch vertiefen. Leonard sagte einmal, er würde der kanadische Bob Dylan werden. Wusste seine Seele schon, was ihn in diesem Leben erwarten würde?
Die Seele, die in Leonard Cohen steckte, wusste es, und sie wusste es zugleich auch nicht. Was aus dieser Äußerung zu entnehmen war, ist zum einen seiner Persönlichkeit geschuldet, die manchmal zum Übertreiben neigte. Zum anderen aber ist es auch eine Aussage, die man durchaus dem zu schreiben kann, was alte Seelen an Vorausahnungen haben. Und so würden wir aus unserer Sicht sagen, dass die Seele, die in Leonard Cohen wohnte – da sie eine sehr alte Seele war – dem Menschen durch aus immer wieder Einblicke in sein Leben geben konnte, die für die Zukunft angedacht waren. Und aus diesem Grund kann es zu dieser Aussage gekommen sein.
Dass jemand ahnt, was auf ihn zukommt, ist nicht nur bei alten Seelen möglich. Es ist auch etwas, was Seelen dann vermögen, wenn sie für das Leben bestimmte Punkte ausgesucht haben, die sie unbedingt erreichen möchten. Es ist in etwa so, wie wenn ihr eine Reise macht und ganz bestimmte Orte aufsuchen möchtet, und euch aber für den Weg, wie ihr dort hinkommt, nicht festgelegt. So ähnlich dürft ihr euch das vorstellen, wenn Seelen einen Plan machen und ihr neues Leben innerhalb einer Inkarnation entwerfen.
Gibt es denn bei dem sehr vielseitigen und von vielen Begegnungen geprägten Leben von Leonard Cohen auch seelische Begegnungen, etwa bei seinen vielen Frauen? Wie ist es zum Beispiel mit seiner Mutter Mascha oder bei seiner ersten großen Liebe Marianne Ihden?
Wenn wir über den Bezug von Leonard Cohen zu Frauen sprechen möchten, so ist dies ein interessantes Kapitel, dass sich nicht so einfach abhandeln lässt und in dem es auch die eine oder andere seelische Verbindung gab. Jedoch ist in diesem Künstlerleben die seelische Verbindung zu Frauen gleichwohl wesentlich geringer als das, was aus dem reinen menschlich-sexuellen und erotischen Verlangen heraus geschehen ist. Auch wenn es für euch vielleicht so scheinen mag oder wenn Frauen, die mit ihm eine Liaison hatten, dies so empfunden haben mögen, so ist es doch eher so, dass die Seele Cohens hier in erster Linie noch einmal ganz neu das Verhältnis zu Frauen ertasten und erfühlen wollte.
Es ging also weniger darum, alte karmische Bindungen aufzulösen, sondern es ging darum, als alte Seele noch einmal neu alles zu erleben, was eine menschliche Inkarnation in Form eines Mannes beinhalten kann. Und dazu gehört eben auch Sexualität, Erotik, Hingabe, Beziehung zu Frauen. Und dazu gehörte aber auch auf der anderen Seite ein Erkunden dessen, was es an Angeboten gibt, um über das rein irdische sein hinaus zu treten. Und in diesem Fall reichte hier das Spektrum vom Trinken von Alkohol, der Einnahme von Tabletten und Drogen, bis hin zu religiösen und spirituellen Erfahrungen. Leonard Cohen hat seine seinen Weg und Bezug zur Welt hauptsächlich über das In-Worte-fassen dessen, was er erlebt, erspürt und erahnt hat. Es ist auch hier so, dass er alle Wege ausprobieren wollte, seine Kreativität, sein Abtauchen in ein bewusstes und unbewusstes Sein ausprobieren wollte.
Was wir an dieser Stelle noch sagen können ist, dass es aus seelischer Sicht in erster Linie darum ging, das Phänomen der Religion und der Spiritualität zu ergründen, und es noch einmal in einer gewissen freien Form zu praktizieren, wie es nun einmal in der Zeit und in dem gesellschaftlichen Umfeld, in dem er inkarniert war, möglich war.
Es ist also etwas, was auch im Auftrag der Seelenfamilie stand, in der es ja darum geht, den Menschen für das spirituelle Sein zu öffnen und zu begeistern. Bei Leonard Cohen war es nun so, dass es weniger sein aktives Leben war, was auf diese Aufgabe der Seelenfamilie einzahlte, sondern das, was er mittels seiner Worte und Lieder, der Menschheit sozusagen vermacht hat.
Er hat also ein Werk hinterlassen, in das man sich hinein vertieft wie du. In diesem Werk und in seinem Leben bietet er vielfältige Ansatzpunkte, um über das nachzudenken, was ihr in eurer Sprache, Spiritualität, Religion, Transzendenz nennt, und bei dem es darum geht, hinein zu spüren in etwas, was außerhalb eurer irdischen Existenz liegt, hinein zu spüren in etwas, was euch doch ausmacht, was jedoch für den Großteil der Menschen unfassbar und unerkennbar bleibt.